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DIVI 2 / 2019, Seite 70, Wissenschaft

Anja Ganter1, Tilmann Müller-Wolff2

Ist die Betreuung von Organspendern eine psychische Belastung für Pflegende?

Is the care of organ donors a psychological burden for carers?

Zusammenfassung:
Der vorliegende Tagungsbeitrag beschäftigt sich mit der Darstellung, Begründung und Aufarbeitung der Belastungssituationen von Pflegenden, die im Zusammenhang mit der Betreuung von Organspendern in der Intensivmedizin auftreten können. Der Text gliedert sich im Sinne eines wechselnd erzählenden und erläuternden Vortragsstils in den spezifischen Fallbericht (kursiv) und die Ableitung von Effekten und Auswirkungen auf die Autorin und deren kollegiales Umfeld im intensivmedizinischen Setting einer deutschen Universitätsklinik. Die Autorin stellt die Relevanz von Organspende hinsichtlich der Überlebensperspektive von Organempfängern dar und leitet damit zum spezifischen Fall einer Organspenderin als junges Unfallopfer hin. Über die Darstellung der Geschichte des plötzlichen Traumas als Folge eines Verkehrsunfalls mit Todesfolge wird dem Leser die Schicksalhaftigkeit für Patient und Angehörige verdeutlicht. Die Versorgung der Spenderin und deren Angehörigen auf der Intensivstation belastet das intensivmedizinische Team, auch aufgrund des noch jungen Alters des Unfallopfers. Die strukturierte Abfolge von Hirntodfeststellung und professioneller Einleitung des Spendeprozederes wird dem Leser verdeutlicht. Insbesondere wird auf die Versorgung der hirntoten Organspenderin mit intensivtherapeutischen Maßnahmen eingegangen und die Bedeutung der daraus resultierenden Zweifel und Unsicherheiten von Personal und Angehörigen. Die Autorin zeigt die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung und Logik auf im Zusammenhang mit dem nur funktional und apparativ sichtbaren Übergang vom lebenden zum toten Patienten.
Unter Zuhilfenahme des ICN-Ethik-Codex bietet die Autorin dem Leser einen Lösungsansatz für individuell mögliche Konflikte, die aus der Betreuung von Organspendern in der Intensivmedizin resultieren können. Über die ethische Herangehensweise wird der Betreuung der Sterbenden eine Bedeutung im Sinne der dadurch Überlebenden zugeordnet. Diese Herangehensweise empfiehlt die Autorin zur Lösung erster individueller Konflikte. Über die Stärkung allgemeiner, persönlicher und sozialer Widerstandsressourcen sollen Pflegende eine Stärkung der Resilienz erfahren. Hierdurch sollen emotional belastende berufliche Situationen, wie sie bei der Betreuung von Organspendern und deren Angehörigen auftreten können, von den Pflegenden besser verstanden und bewältig werden. Im Fazit des Artikels werden Fragestellungen aufgeworfen, die zur besseren Untersuchung der vermuteten Hypothesen beitragen könnten.
Summary: This article presents a conference contribution on the topic of occurance of nursing distress experiences within the care of organ donors in intensive care medicine, reasons for this and possible coping strategies. The article is split into the presentation of a specific case report and the impact of effects on the author and the team setting of an ICU of a German university hospital, in the sense of a changing narrative and explanatory style of presentation. The author describes the relevance of organ donation in terms of the survival perspective of organ recipients and thus leads to the specific case of an organ donor as a young trauma patient. By presenting the story of sudden trauma as a result of a fatal car accident, the fate of patients and relatives is illustrated to the reader. Providing care for the donor and her relatives in the intensive care unit puts a strain on the intensive care team, increased by the young age of the accident victim. The author describes the structured sequence of brain death detection and initiation of the donation process. In particular she shows, that providing intensive care and therapy for the organ doner applying intensive care therapeutic measures, may cause resulting doubts and uncertainties within nursing staff and patients relatives. The author shows the limits of human perception and logic in the context of the functional and apparative visible transition from the living to the dead patient.
With the help of the ICN Ethics Codex, the author offers the reader a solution for solving individual conflicts that may result from caring for organ donors in intensive care. She shows the ethical approach, that shows the care for the dying patient may be looked at as a contribution of meaningfulness for other patients surviving. This approach is recommended by the author to solve primary individual troubles. By strengthening general, personal and social resistance resources, carers should be able to experience a higher amount of resilience. This might help nurses and caregivers experiencing distress within caring for organ donors, strengthening their capabilities in caring for these patients and their relatives in a more professional way. In the conclusion of the article questions are raised which could contribute to a better investigation of the hypotheses.

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Ausgabe 2 / 2019
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