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DIVI 4 / 2013, Seite 144, Wissenschaft

T. Schürholz1*, L. Heinbockel2, G. Martinez de Tejada3, M. Hornef4, G. Marx1,
K. Brandenburg
2

Neue Sepsistherapie am Horizont: Antiinflammatorische Peptide

New sepsis therapies on the horizon: Anti-inflammatory peptides

Die anhaltende Zunahme von Resistenzen bakterieller Isolate gegen gängige Antibiotika und der Mangel an neuen Wirkstoffen erhöht in erheblichem Maße die Wahrscheinlichkeit, dass etablierte therapeutische Behandlungen zukünftig versagen.
In der Vergangenheit wurden etliche, bislang erfolglose Anstrengungen unternommen, speziell für die Indikation schwere Sepsis und septischer Schock eine medikamentöse Intervention zu entwickeln. Dabei waren vor allem die komplexen immunologischen Veränderungen während einer Sepsis vielfach Ziel therapeutischer Bemühungen.
Der hier beschriebene innovative Therapieansatz mit antimikrobiellen Peptiden bietet die Möglichkeit, die durch Bestandteile pathogener Erreger ausgelöste pro-inflammatorische Immunreaktion zu hemmen. Eine überschießende Stimulation des Immunsystems mit Sekretion endogener proinflammatorischer Mediatoren trägt wesentlich zur Pathogenese des septischen Schockes bei. Auf der Basis von Polypeptiden wurde eine neue Klasse von antimikrobiellen Wirkstoffen entwickelt, die ein erhebliches Bindungsvermögen an Bakterien aufweisen. Sie erlauben dabei die Neutralisierung bakterieller, immunstimulatorischer Bestandteile wie Endotoxin (Lipopolysaccharide) von Gram-negativen Bakterien und Lipoproteine von Gram-positiven Erregern. Diese Bindungs- und Neutralisierungsfähigkeit antimikrobieller Peptide, die sich in vitro (humane Immunzellen), in vivo (Maus- und Rattenmodell) und ex vivo (humanes Lungengewebe) mit hoher Spezifität darstellen lässt, kann weiter bis in klinische Phasen entwickelt werden.
The ongoing increase in bacterial resistance against established antibiotics and the lack of new substances increases the likelihood that therapeutic interventions will fail. In the last two decades numerous attempts have failed to establish drug-based interventions to treat severe sepsis and septic shock. Those strategies mostly aimed at interfering with the complex proinflammatory signaling events following exposure to microbial constitents.
The innovative approach with antimicrobial peptides described here offers the opportunity to inactivate microbial ligands such as endotoxin sensed by the innate immune system and thus to block immune stimulation prior to the secretion of endogenous inflammatory mediators. On the basis of polypetides, a new class of antimicrobial agents was developed, exerting potent binding capacity to bacteria combined with the ability to neutralize immunostimulatory constituents of both gram-negative and gram-positive bacteria. This highly specific activity can be demonstrated in a variety of in vitro (human immune cells), in vivo (mouse and rat sepsis) and ex vivo (human lung tissue) models will be further developed to enter clinical studies in the near future.

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Ausgabe 4 / 2013
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