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DIVI 1 / 2017, Seite 31, Wissenschaft

Diana Boy1, Peter Krebs2, Andreas Büttner1, Johannes Manhart1

Letale Ethylenglykolintoxikation – ein „kristallklarer“ Fall?

Fatal ethylene glycol intoxication – „clear as crystal“?

Hintergrund: Wenn Patienten mit dem Symptom „Bewusstlosigkeit unklarer Genese“ in die intensivmedizinische Versorgungskette gelangen, stehen fremdanam-nestische Angaben initial selten ausreichend zur Verfügung. Das Abdecken aller potenziellen Verdachtsdiagnosen im diagnostischen Algorithmus stellt eine besondere Herausforderung im klinischen Alltag dar.
Methode: Fallbeispiel eines 43-jährigen Mannes, der komatös in der Häuslichkeit aufgefunden wurde. Bei massiver Azidose und resultierender Elektrolytentgleisung verstarb der Patient nach 8 Tagen trotz intensivmedizinischer Komplextherapie. Fremdanamnestisch wurde Tage nach stationärer Aufnahme bekannt, dass der Patient „Frostschutzmittel“ konsumiert habe.
Ergebnisse: Im Ergebnis der gerichtlichen Sektion wurde ein hypoxischer Hirnschaden infolge vergiftungsbedingtem Herz-Kreislaufstillstand nach oraler Aufnahme von Frostschutzmittel festgestellt. Histologisch konnten Oxalatkristalle in der Niere festgestellt werden. Chemisch toxikologische Untersuchungen blieben aufgrund der Latenz von Ingestion und Todeszeitpunkt ohne Nachweis von Ethylenglykol und seinen Metaboliten.
Schlussfolgerung: Der aktuelle Todesfall zeigt, dass die EG-Intoxikation eine Rarität im klinischen Alltag bleibt, wenngleich Pharmakodynamik und -kinetik gut bekannt sind. Eine metabolische Azidose ohne zugrundeliegende Stoffwechselerkrankung in Verbindung mit Alkoholkonsum in der Anamnese sollte (diagnoseweisend) an die Möglichkeit einer EG-Intoxikation denken lassen.
Background: When patients with the symptom "unconsciousness" reach the supply chain of intensive care medical histories are often not enough available. Covering all potential suspected diagnoses in a diagnostic algorithm presents a particular challenge in daily clinical practice.
Methods: Case report of a 43 year old man who was found comatose at home. He died 8 days after admission despite complex intensive therapy at massive acidosis and resulting electrolyte imbalance. Days after the admission to hospital it was announced that the patient drank antifreeze. 
Results: The results of the autopsy showed an hypoxic brain damage due to an oral ingestion of antifreeze. Histological investigations of the kidneys showed crystals of oxalate. Chemical-toxicological investigations remained without evidence of ethylene glycol due to the latency of ingestion and the time of death. 
Conclusions: The current case of death shows that an intoxication with ethylene glycol remains a rarity in daily clinical practice – despite of well known pharmacodynamics/ pharmacokinetics and available antidot-therapy.

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Ausgabe 1 / 2017
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