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DIVI 3 / 2017, Seite 117, Wissenschaft

Sebastian Weis1,2,3, Petra Dickmann1, Mathias W. Pletz2,3, Sina M. Coldewey1,2,4, Herwig Gerlach5, Michael Bauer1,2

Sepsis 2017: Neue Definitionen – neue Konzepte*

Sepsis 2017: New definitions – new concepts

Zusammenfassung: Sepsis ist die schwerste Verlaufsform von Infektionserkrankungen, die sich mit unspezifischen Symptomen und häufig rascher Dynamik präsentiert. Im Verständnis der Sepsis findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt. Dieser zeigt sich auf drei Ebenen: den zugrunde liegenden molekularen Mechanismen, der Identifizierung von Risikopatienten und den möglichen Behandlungsansätzen. Wurde Sepsis bisher als systemische Entzündungsantwort (Systemic Inflammatory Response Syndrom, SIRS) in Folge einer Infektion definiert, rückt in dem neuen Verständnis von Sepsis die wesentliche Bedeutung des Gewebeschadens und der darauf zurückzuführenden Einschränkung der Organfunktion in den Vordergrund. Die SIRS-Kriterien als Parameter für die Definition „Sepsis“ haben an Bedeutung verloren, stattdessen wird nun eine inadäquate Entzündungs- und/oder Stoffwechselreaktion mit konsekutiver Organdysfunktion als wesentliches Charakteristikum der Sepsis betont. Diese neuen Erkenntnisse finden in der aktuellen Sepsisdefinition (Sepsis-3), die Anfang 2016 veröffentlichten wurde, ihren Ausdruck. In dieser Definition wird ein evidenzbasierter, einfacher Screening-Ansatz (qSOFA) bei Verdacht auf Sepsis vorgeschlagen, mit dem außerhalb der Intensivstation die Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Infektionsverlauf und damit erhöhter Letalität erleichtert werden soll. Die konzeptionellen Fortschritte der Sepsisforschung eröffnen auch einen größeren Behandlungsspielraum, der insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotikaresistenzen von großer Bedeutung ist. In dem vorliegenden Übersichtsartikel stellen wir das Konzept „Sepsis-3“ vor, vermitteln einen Überblick über die sich derzeit parallel entwickelnden molekularen Vorstellungen der Pathogenese des Organversagens und diskutieren die Bedeutung der neuen Sepsisdefinition für den klinischen Alltag.
Summary: Sepsis is the most severe form of infectious disease that presents with unspecific clinical signs and in many cases with a rapid and dynamic progression. Currently, our understanding of sepsis is changing. This occurs on three different levels: the underlying molecular mechanisms, the identification of patients at risk and the recognition of potentially new therapeutic concepts. While until recently, sepsis was defined as a systemic inflammatory response syndrome to infection (SIRS), infection associated tissue dysfunction and damage have been recognized to be central for sepsis pathogenesis. This has led to a new sepsis definition (sepsis-3) published in 2016. In addition, a new screening score, quick(q)SOFA was introduced that should allow for the identification of patients at risk to develop a severe disease course. In this review article, we present the current sepsis-3 concept and provide an overview of the molecular pathogenesis of sepsis underlying organ dysfunction. We also discuss the potential impact for daily clinical routine.

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Ausgabe 3 / 2017
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