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DIVI 2 / 2018, Seite 64, Wissenschaft

Lisa Scholle1

Das Phänomen Stress in der Neonatologie

The phenomenon of stress in neonatology

Zusammenfassung: Das Leben extrem unreifer Frühgeborener auf der neonatologischen Intensivstation wird durch die zahlreichen Probleme, die eine Frühgeburt mit sich bringt, bestimmt [3]. Je unreifer das Kind ist, desto mehr intensivmedizinische Überwachung und Interventionen sind nötig, um sein Überleben außerhalb des schützenden Uterus zu sichern [4]. Durch diese schmerzhaften und stressauslösenden Reize entstehender Distress beeinflusst vor allem die neurobiologische Entwicklung und Funktion frühgeborener Kinder [4, 5, 6]. Im anschließenden Artikel soll geklärt werden, inwieweit Stressoren minimiert werden können und somit die Entwicklung von sehr unreifen und kranken Frühgeborenen trotz maximaler Therapie gefördert werden kann. Es werden die Entstehung sowie die Auswirkungen von Stress beim frühgeborenen Kind beleuchtet und entsprechend präventive, entwicklungsfördernde Maßnahmen dargelegt.
Methode: Für die Erarbeitung des Artikels wurde möglichst aktuelle und diverse wissenschaftliche Literatur verwendet. Es konnten zahlreiche Publikationen, insbesondere aus den Fachzeitschriften der Verlage Thieme und Springer sowie diverse wissenschaftliche Studien zur Thematik, identifiziert werden. Zudem wurden entsprechende Fachbücher herangezogen.
Ergebnis: Die Recherche ergab wichtige Grundlagen über die Stressentstehung, Stressursachen und Stressoren des Frühgeborenen. Zudem konnten wichtige subjektive und objektive Stresszeichen des frühgeborenen Kindes zusammengefasst werden. Die verschiedenen Auswirkungen des Stresses und die Möglichkeiten der Stressreduktion und Entwicklungsförderung wurden zusammengetragen. Dabei wird für die Entwicklungsförderung ein spezielles Augenmerk auf die Beobachtung des Kindes und seine Unterstützung zur Selbstregulation gelegt [24]. Pflegende und Eltern sollen anhand des kindlichen Verhaltens einschätzen können, ob und welche Stimulation das Frühgeborene individuell benötigt, um es so in seiner Entwicklung zu unterstützen [8]. Die Eltern sollten von Beginn an als eine Einheit mit ihrem Kind betrachtet werden sowie in Behandlung und Pflege miteinbezogen werden [25]. Störende sensorische Reize, wie Licht, Lärm und unnatürliche Gerüche sollten vermieden werden. Stattdessen soll das Kind durch angemessene Reize stimuliert werden. Durch Facilitated Tucking, nonnutritives Saugen sowie eine gute pflegerische und medizinische Organisation werden Schmerzen und Stress so gering wie möglich gehalten. Ärzte und Pflegende orientieren sich stets an den Bedürfnissen des Kindes, wenn Interventionen erfolgen müssen, und begrenzen diese auf ein Minimum [8, 24, 27]. Werden die Resultate entwicklungsfördernder Pflege betrachtet, so lassen sich eine Vielzahl positiver Effekte auf die Entwicklung des Frühgeborenen hervorheben. Das neurologische Outcome, die Bindung zwischen dem Kind und seinen Eltern sowie das Gedeihen kann verbessert werden. Frühgeborene haben einen geringeren Beatmungsbedarf, und das Risiko an NEC, IVH, ROP oder BPD zu erkranken, wird verringert [24, 25].
Summary: The life of extremely immature preterm infants in neonatal intensive care units is determined by numerous problems of immaturity [3]. The more immature the infant is, the more intensive observations and interventions are necessary to assure surviving outside the uterus [4]. Distress caused by painful and stressing stimuli influences especially the neurobiological development and function of preterm infants [4,5,6]. This article will show, to which extent stressing stimuli can be reduced, thus improving the development of immature and ill preterm infants in spite of intensive care treatment. The origin and effects of stress in preterm infants will be explained and preventive measure to improve development will be represented.
Methods: This article is based on original articles of the most recent scientific literature but also on reviews in handbooks and medical journals.
Results: Basic knowledge about induction of stress, causes of stress and stressing stimuli in preterm infants could be identified. Also important subjective and objective symptoms of stress in preterm infants could be defined. The different effects of stress as well as measures to attenuate stress and promote development are explained. Regarding promotion of development a special focus is put on observation of the patient and support of his self regulation [24]. Care givers and parents should be able to analyse the patients behaviour in order to decide, whether respectively which amount of stimulation infant is necessary for the individual preterm to promote development [8]. The parents should be regarded from the beginning of treatment as a functional unit with their child and get included into infant care [25]. Disturbing stressful stimuli like bright light, noise and unnatural smells should be prevented. Instead of it the child should be stimulated by appropriate measures. By facilated tucking, nonnutritive suctioning, and optimized arrangement of care and medical treatment pain and distress can be reduced as much as possible. Physicians and nurses always try to comply with the needs oft he child. If interventions have to be done, they have to be reduced to a minimum [8,24,27]. Developmental care will result in positive developmental effects in preterm infants in many respects. Neurological outcome, bonding between child and parents and thriving may improve. The respiratory demand of preterm infants and the risk of postnatal complications like NEC, IVH, ROP and BPD will decrease.

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Ausgabe 2 / 2018
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