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DIVI 1 / 2019, Seite 14, Wissenschaft

Roland Hentschel1

Der notfallmäßige Gefäßzugang im Kreißsaal

The emergency vascular access in the delivery room

Zusammenfassung: Das Anlegen eines venösen Zugangs ist der entscheidende Schritt bei jeder Neugeborenenreanimation, die bei etwa 0,1−1,0 % aller Entbindungen zu erwarten ist. Die Standardleitlinien favorisieren dafür entweder den Nabelvenenkatheter oder die intraossäre Kanüle. Beide Methoden sind jedoch nicht einfach durchzuführen, und die Erfolgsrate hängt sowohl von der Erfahrung des Einzelnen mit der jeweiligen Technik als auch von den manuellen Fähigkeiten ab. Diese beiden Techniken − und andere − werden in diesem Artikel beschrieben, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Anwendung der Knopfkanüle als alternativem Notfall-Gefäßzugang über die Nabelschnur für die Reanimation des Neugeborenen unmittelbar nach Geburt. Es gibt mehrere Vorteile der Knopfkanüle gegenüber dem Nabelvenenkatheter, der oftmals zu weich ist, um ihn durch die rotierte Nabelvene zu dirigieren. Der Notfallzugang sollte niemals eine anatomisch korrekte Position anstreben, bei der die Spitze der Knopfkanüle oder des Katheters am Übergang zum rechten Vorhof liegt, weil die Lage bei einem Notfall schlecht zu verifizieren ist. Stattdessen genügt es, eine intravaskuläre Lage zu bestätigen, indem man Blut aspiriert, und die Spitze von Kanüle oder Katheter muss sicher außerhalb der Pfortader, aber in der Nähe des Ducuts venosus liegen. Die Platzierung einer Knopfkanüle und eines Nabelvenenkatheters ist in geburtshilflichen Abteilungen einfach zu erlernen, indem man Nabelschnurstücke benutzt. Regelmäßige „Trockenübungen“ dieser Prozeduren auf einer Arbeitsfläche sollten Teil des vorgeschriebenen Notfalltrainings innerhalb eines Teams von Geburtshelfern, Neonatologen, Pädiatern, Notfallmedizinern und Anästhesisten sein. Wegen dieser exzellenten Trainingsmöglichkeit sollte die Nabelschnur der empfohlene, primäre Gefäßzugang für den Notfall beim Neugeborenen unmittelbar nach Geburt bleiben.
Summary: Placement of a vascular access is a cornerstone of treament of a newborn emergency, which occurs in about 0.1−1.0 % of deliveries. Standard guidelines favour placement of either an umbilical venous catheter or an intraosseous cannula. However, both procedures are delicate to perform, and success rate varies with personal skills and experience with the respective approach. Both procedures, among others, are described in detail in this paper, but the main focus is on the blunt hollow cannula as an alternative emergency vascular access through the umbilical cord for resuscitation of newborns immediately after birth. There are several advantages of the blunt hollow cannula over the umbilical venous catheter, which often is too soft and therefore difficult to direct along the twisted umbilical vein. The emergency procedure should never aim at an anatomically perfect placement with the tip of the cannula or catheter at the entrance to the right atrium, because the correct position is difficult to verify in an emergency. Instead, an intravascular position should be ensured, ascertained by a backward flow of blood, and the tip of the cannula or catheter should be located outside the portal vein, close to the ductus venosus. Placement of a hollow cannula and an umbilical venous catheter can easily be learned in the obstetric department using a cut-off specimen of an umbilical cord. Regular dry runs of these procedures at a bench should be part of the mandatory emergency training in teams of obstetricians, neonatologists, pediatricians, emergency physicians and anaesthetists. Due to this excellent possibility for exercises the umbilical route should remain the recommended primary approach for emergency vascular access in newborns after delivery.
Zitierweise: Hentschel R: Der notfallmäßige Gefäßzugang im Kreißsaal. Die Knopfkanüle als Alternative zu Nabelvenenkatheter und intraossärer Kanüle DIVI 2019; 10: 14–24
DOI 10.3238/DIVI.2018.0014–0024

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