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DIVI 2 / 2018, Seite 48, Wissenschaft

Harald Sauer1, Marie Lobenhofer2, Sascha Meyer1

Analgosedierung für diagnostische und interventionelle Prozeduren in der Pädiatrie

Procedural sedation analgesia (PSA) for diagnostic and interventional investigations in pediatrics

Einleitung: Mit den zunehmenden Möglichkeiten in den letzten Jahrzehnten für diagnostische und interventionelle Prozeduren im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin, die überwiegend selbst Früh- und Neugeborenen zur Verfügung stehen, ist auch die Zahl an Analgosedierungen deutlich gestiegen. Dieser wachsende Bedarf führte auf der Basis von zahlreichen Publikationen zur Entwicklung nationaler und internationaler Leitlinien und Empfehlungen. Um den gestiegenen Fallzahlen und Anforderungen adäquat begegnen zu können, empfiehlt es sich, einen Standard zu entwickeln, in dessen Mittelpunkt die Sicherheit der Patienten steht.
Aktuelle Datenlage: Die Zusammenfassung der aktuellen Datenlage basiert u.a. auf den Empfehlungen oder Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie Intensivmedizin (DGA) und des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA), der American Academy of Pediatrics (AAP) und der American Society of Anesthesiologists (ASA) sowie des National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Diese Leitlinien weisen z.T. Differenzen auf, jedoch lassen sich 4 Kernpunkte für einen funktionsfähigen Bereich „Analgosedierung“ ausmachen: Entwicklung und Etablierung hausinterner Standards, adäquate Ausstattung des Sedierungsarbeitsplatzes, ausreichendes und qualifiziertes Personal sowie regelmäßige Schulungen. Im Rahmen einer Umfrage an allen deutschen Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin konnte gezeigt werden, dass der überwiegende Teil an Sedierungen nicht von Anästhesisten, sondern von Pädiatern vorgenommen wird.
Entwicklung eines Standards: Aus den zuvor genannten Leitlinien und weiteren Publikationen leiten wir einen Standard ab. Anhand von 11 Punkten wird ein strukturiertes Vorgehen zur Etablierung eines hausinternen Standards aufgezeigt. Diese Punkte umfassen zu Beginn die Erstellung von Arbeitsanweisungen sowie im Weiteren die gesamte praktische Durchführung von Anamnese, körperlicher Untersuchung, Einschätzung von Risikofaktoren über die Sedierung bis hin zum Monitoring im Aufwachbereich sowie Entlassungsmanagement.
Fazit: Die Zunahme an Sedierungen für diagnostische und interventionelle Prozeduren in der Kinder- und Jugendmedizin stellt für das behandelnde medizinische Personal eine große Herausforderung dar. Der Entwicklung und der Etablierung von adäquaten Standards, die dieser Situation in den Kliniken gerecht werden, kommt eine immense Bedeutung bei. Darüber hinaus bedarf es der Bereitstellung von ausreichendem und qualifiziertem Personal für den Funktionsbereich „Analgosedierung“. Dies sollte sich zum einen im Curriculum der pädiatrischen Facharztausbildung widerspiegeln. Zum anderen ist es wünschenswert, wenn Pädiater und Anästhesisten eine gemeinsame Leitlinie erstellen.
Introduction: The increasing options of the past few decades for diagnostic and interventional procedures in the area of pediatrics, which are even available to premature babies and neonates, have resulted in an increasing number of PSA. This growing demand has also led to the development of national and international guidelines and recommendations, which are, in turn, based on numerous publications. In order to respond adequately to the rising number of cases and requirements, it is recommendable to develop a standard, which is focused on the safety of the patients.
Currently available data: The summary of the currently available data is based on the guidelines of DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie Intensivmedizin) and BDA (Berufsverband Deutscher Anästhesisten), AAP (American Academy of Pediatrics ) and ASA (American Society of Anesthesiologists) as well as NICE (National Institute for Health and Care Excellence). Even though some of these guidelines show some differences, they allow for the identification of 4 core aspects for a well-functioning area of PSA: development and establishment of in-house standards, adequate equipment of the sedation work-place, sufficient and qualified staff as well as regular training. A survey among all German pediatric hospitals has provided evidence that the major part of sedations is not performed by anesthesiologists but by pediatricians.
Development of a standard: We have used the aforementioned guidelines and other papers to develop a standard. 11 points serve to demonstrate a structured procedure for establishing an in-house standard. First of all, these points include the compilation of standard operating procedures, followed by the practical performance of anamnesis, physical examination, assessment of risk factors, performance of PSA and ranging to the monitoring of the patients during the recovery phase.
Conclusion: Owing to the increase in sedations for diagnostic and interventional procedures in pediatrics, the medical staff in charge is facing some major challenges. The development and establishment of adequate standards in response to this situation in the hospitals is of enormous significance. In addition, there is a need for sufficient, qualified staff in the area of procedural sedation analgesia. For one thing, this should be reflected in a curriculum in the pediatric specialist training. For another, it would be desirable if pediatricians and anesthesiologists could develop a common guideline.

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Ausgabe 2 / 2018
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