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DIVI 2 / 2019, Seite 52, Wissenschaft

Hans-Christian Hansen1, Ulf Günther2 aus der DIVI-Sektion Koma und Bewusstseinsstörungen

Neue Richtlinien zur Diagnostikdes irreversiblen Hirnfunktionsausfalls*

New guidelines for the diagnosis of irreversible loss of brain function

Zusammenfassung:
Im Jahr 2015 gab die Bundesärztekammer neue Richtlinien zur Feststellung des „irreversiblen Funktionsausfall des Gehirns“ (IHA) heraus. Dabei wurde die umgangssprachliche Bezeichnung „Hirntod“ durch IHA ersetzt, um sich grundsätzlich von unterschiedlichen Teilkonzepten des Tods wie „Herztod“ oder „Scheintod“ zu lösen und den objektiven medizinisch-wissenschaftlichen Aspekt zu betonen. Im deutschen Transplantationsgesetz wird der IHA, geknüpft an verbindliche Ausführungsbestimmungen, als „der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“ beschrieben. Diese neuen Richtlinien verlangen höhere Qualifikationen der an der IHA-Diagnose beteiligten Ärzte. Sie betonen gleichermaßen den interdisziplinären Ansatz und die zwingende Beteiligung mindestens eines Facharztes für Neurologie oder Neurochirurgie. Weitere apparative Verfahren zur Bestätigung der IHA-Diagnose wie die Computertomographie-Angiographie (CTA) und die Duplexsonographie der Hirn- und Halsgefäße haben als Zusatzdiagnostik Eingang in die Richtlinie gefunden und dem Nachweis eines vollständigen zerebralen Kreislaufstillstands eine höhere Bedeutung als zuvor beigemessen. Viele Untersuchungen, wie der Apnoetest, wurden detaillierter dargestellt. Der vorliegende Beitrag bietet eine Zusammenfassung der Neuerungen in den neuen Richtlinien inklusive eines praxisorientierten Überblicks darüber, wer in die IHA-Diagnose einbezogen werden muss, wie oft, wie die Diagnose stufenweise von Stufe I bis III erhoben und abgesichert wird sowie welche apparativen Verfahren dazu auf welcher Diagnosestufe eingesetzt werden können.
Abstract: In 2015, the German Medical Association (Bundesärztekammer) issued new guidelines on the diagnosis of the “irreversible loss of brain function” (ILBF). ILBF replaced the colloquial term“brain death” in order to leave the notion that concepts of death might vary such as “cardiac death” or “apparent death” and stress the objective medical-scientific matter. The German Transplantation Law describes ILBF as “the final, irreversible loss
of all function of the cerebrum, cerebellum, and brainstem.” The new guidelines are to be followed closely. They demand higher qualifications of physicians involved in the diagnosis of ILBF and emphasize at the same time the interdisciplinary approach and the mandatory involvement of at least one specialist in the neurological field. Several technical methods were added as additional tools to support the ILBF diagnosis such as CT-angiography and duplex ultrasound of brain and neck vessels. The new guidelines thereby raise the impact of demonstrating complete cerebral circulatory arrest but leave other options to prove irreversibility. Many procedures, such as the apnea test, were specified in more detail. This article summarizes the new features of the new guideline with a practical overview on who must be involved in the diagnosis of ILBF, how often, how the diagnosis is achieved stepwise from stage I to III and how it is secured as well as what technical methods may be involved at what stage of the procedure.

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Ausgabe 2 / 2019
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